Steinwald

Kurzurlaub im Steinwald

Über die Osterfeiertage 2016 unternahmen wir einen dreitägigen Kurzurlaub in den Naturpark Steinwald. Wir hatten keinen Urlaub, daher verreisten wir nur von Ostersamstag bis Ostermontag. Man könnte hier aber viel mehr Zeit verbringen, die Landschaft ist einfach nur traumhaft schön und es gibt reichlich Sehenswertes. Obwohl der Steinwald nur 100 Kilometer von unserer Heimat entfernt liegt, kannten wir ihn nicht. Kurz vorher, auf der Freizeitmesse Nürnberg, stießen wir zufällig auf Prospekte vom Steinwald & Stiftland, das unmittelbar neben dem Steinwald liegt. Hier jetzt ein Reisebericht über unseren Kurzurlaub im Steinwald.

Der Naturpark Steinwald in der Oberpfalz

Steinwald Sphinx

Steinwald Sphinx

Der Naturpark Steinwald liegt im Regierungsbezirk Oberpfalz und ist ein eigenständiger Unternaturraum des Fichtelgebirges. Die geographische Lage des Steinwaldes ist südlich von Marktredwitz und nördlich von Erbendorf. Die höchste Erhebung von knapp 20 Bergen bildet die Platte mit 946 m über NN. Der Steinwald besteht überwiegend aus Granit, der in den unterschiedlichsten Felsformationen ausgebildet wurde. Überall liegen auch große und kleine Felsbrocken, die über die Jahrmillionen aus den Felsen herausgebrochen sind. Sehr eindrucksvoll sind die vielen Stapel aus Granitblöcken die so wirken, als ob sie übereinander gelegt wurden und jeden Moment einstürzen könnten. Neben den Steinen, gibt es wie der Name Steinwald schon sagt, auch große Waldgebiete. Den größten Anteil bilden hierbei die Nadelbäume, es gibt aber auch ungefähr 30% Laubbäume.

Anreise nach Waldeck

Wir reisten von Bamberg aus an, mit dem Ziel Waldeck, einem Stadtteil von Kemnath. Die 100 Kilometer lange Fahrt führte von Bamberg über die A70 auf die A9 nach Bayreuth. Von Bayreuth aus ging es über die B22 in Richtung Windischeschenbach, kurz nach Kemnath erreichten wir unser Ziel Waldeck. Hier hatten wir ein Zimmer in einem Landgasthof gebucht, der recht günstige Preise hatte, trotzdem waren die Gästezimmer neu renoviert und schön eingerichtet. Auch Essen und Getränke in der Gaststätte waren extrem preiswert. Wo bekommt man noch ein Schnitzel oder einen Schweinebraten für 6 Euro? Wir als Oberfranken sind zwar schon mit günstigen Essens- und Getränkepreisen verwöhnt, aber hier in der Oberpfalz war es oftmals noch preiswerter.

Die Burgruine Waldeck

Galgenberg

Galgenberg

Da ja unsere Zeit sehr begrenzt war, machten wir uns direkt nach unserer Ankunft auf den Weg zur Burgruine Waldeck. Die Burg war nicht weit von unserer Unterkunft entfernt und so liefen wir einfach in Richtung des Waldecker Schlossberges. Am Fuße des Berges erreichen wir den Galgenberg, einen erloschenen Vulkan-Schlot der früher als Steinbruch genutzt wurde. Wie der Name Galgenberg erahnen lässt, hatte er auch noch eine andere Funktion. Vor den Resten des Vulkan-Schlotes steht eine Holzhütte, in ihr befindet sich eine Nachbildung der Burg mit den Gebäuden des alten Waldeck, das abbrannte und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde.

Burgruine Waldeck

Burgruine Waldeck

Es ging weiter am alten Friedhof vorbei, schließlich erreichten wir einen Wanderweg, der rund um die Burgruine führt. Wir machten uns aber erst einmal auf den Weg bergauf zur Burg. Die Burgruine Waldeck steht auf dem Gipfel des etwa 640 Meter hohen Schlossberges. Erstmal urkundlich erwähnt wurde sie 1124, in ihrer langen Geschichte wechselte mehrmals der Besitzer und im Jahr 1704 wurde sie zerstört. Nach dem Wiederaufbau, brannte die Burg 1794 aus und ist seitdem eine Ruine. Seit 1982 werden Teile der Ruine freigelegt und restauriert. Neben Resten der Burgmauern und Teile des Wehrgangs, sind einige Grundrisse alter Räume und Säle zu sehen. In den Grundmauern der ehemaligen Burgkapelle und Pfarrkirche, wurden Eisenträger aufgerichtet, um die alte Gebäudeform anzudeuten.

Rund um die Burgruine Waldeck

Burgruine Waldeck

Burgruine Waldeck

Nach ausgiebiger Besichtigung der Burganlage, machten wir uns auf den Weg nach unten. Als wir wieder auf den Rundwanderweg um die Burg trafen, folgten wir diesem. Auf dem Rundweg stehen immer wieder Hinweistafeln mit Informationen zur Burg und deren Geschichte. Wir treffen auf einen Eingang zu den alten Kellergewölben, die erst vor ein paar Jahren freigelegt und vermessen wurden. Einige Gänge dienen heute als Biotop und Lebensraum für Fledermäuse. Danach kommt man an der Stelle vorbei, wo sich das alte Waldeck befand, von den ehemaligen Gebäuden ist aber nichts mehr zu sehen. Auf dem Rundweg hat man immer wieder einen anderen Blick auf die Burgruine. Schließlich kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an und laufen zurück zu unserer Unterkunft.

Kurzer Abstecher nach Kemnath

* Reiseführer

Da es erst früher Nachmittag war, fuhren wir noch kurz nach Kemnath. Die Stadt Kemnath hat mit ihren 38 Ortsteilen zusammen etwa 5300 Einwohner. Durch das Stadttor im Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gelangt man zum Stadtplatz der Altstadt. Neben der sehenswerten Kirche aus dem Jahr 1448 stehen hier einige restaurierte alte Gebäude. Sehr schön ist das ehemalige Rathaus, welches jetzt als Gerichtsgebäude genutzt wird. Davor steht die Sebastiansäule aus dem Jahr 1714. Am Stadtplatz befindet sich auch eine Zoigl-Stube das „Houderer Zoigl“, in der die Oberpfälzer Bierspezialität ausgeschenkt wird. Gebraut wird das original Zoigl in den Kommunbrauhäusern Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach.

Wanderung durch das Waldnaabtal

Waldnaabtal

Waldnaabtal

Am zweiten Tag unseres Urlaubstrips unternahmen wir eine Wanderung durch das Waldnaabtal. Das Waldnaabtal liegt am süd- östlichen Rand des Steinwaldes, zwischen Falkenberg und Windischeschenbach. Die Waldnaab hat sich in diesem Naturschutzgebiet tief in das Gelände eingegraben und schlängelt sich durch Felsbrocken und Geröll. Das Waldnaabtal ist wirklich einmalig schön und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Unzählige Felsformationen von unterschiedlichster Ausprägung, wechseln mit großen moosbewachsenen Felsbrocken und Steinen, die wie überdimensionale Kieselsteine aussehen. Zusammen mit der reichen Flora wirkt es fast wie ein Märchenwald. Eine ausführliche Beschreibung der Wanderung durch das Waldnaabtal gibt es hier.

Burg Falkenberg

Burg Falkenberg

Wenn man schon mal bei Falkenberg ist, sollte man auch gleich die Burg Falkenberg besichtigen. Die Burg wurde 1154 erstmals erwähnt und hat wie die meisten Burgen eine lange und abwechslungsreiche Geschichte. Seit dem Jahr 2008 ist die Burg im Besitz des Markt Falkenberg und wurde durch die Kommune vollständig saniert. Die Burg Falkenberg ist schon von außen sehr imposant, kann aber auch innen besichtigt werden. Als wir ankamen waren die Besuchszeiten leider schon zu Ende, so dass wir die Burg nur von außen bewundern konnten.

Wanderung im Naturpark Steinwald

Steinwald-Sphinx

Steinwald-Sphinx

Am dritten und somit letztem Urlaubstag machten wir eine Wanderung im Naturpark Steinwald. Startpunkt mehrerer Wanderwege durch den Steinwald, ist Pfaben einem Ortsteil der Stadt Erbendorf. Wir entschieden uns für den Waldhistorischen Lehrpfad, der von Pfaben zum Waldhaus und wieder zurück führt. Auf dem Wanderweg stehen immer wieder Informationstafeln zu den Themen Wald, Wild, Forstwirtschaft, Geologie und der Geschichte des Steinwaldes. Die Highlights des circa 5 Kilometer langen Rundweges sind wohl der Saubadfelsen mit grandiosen Rundumblick, sowie das Waldhaus. Das ehemalige Forsthaus wurde 2012 grundlegend saniert und ist jetzt eine Informationsstelle mit Gaststätte. Eine beliebte Einkehr für Wanderer im Steinwald.

Die 5 Kilometer Wanderweg wären uns zu kurz gewesen, zudem wollten wir noch den Oberpfalzturm, sowie die Burgruine Weißenstein besichtigen. Vom Waldhaus sind es 2,2 km bis zum Oberpfalzturm, auf der Platte dem höchsten Punkt im Steinwald. Der Oberpfalzturm ist ein 35 Meter hoher Aussichtsturm, der aus Holz gebaut wurde. Oben auf dem Turm blies der Wind gewaltig, der freie Rundumblick entschädigte für die Strapazen des Aufstiegs.

Burgruine Weißenstein

Burgruine Weißenstein

Nach dem Abstieg wanderten wir weiter zur Burgruine Weißenstein, die 2,4 km vom Turm entfernt liegt. Die Burg wurde in die Felsformationen integriert und ist ein imposanter Anblick. Neben dem Turm sind noch einige Mauerreste erhalten. Über eine Holzbrücke gelangt man in die Burgruine, über mehrere Treppen kommt man bis ganz nach oben in den Turm. Nach der Besichtigung machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Waldhaus. Nach kurzer Rast ging es dann frisch gestärkt, weiter auf dem Waldhistorischen Lehrpfad, zurück nach Pfaben. Eine ausführliche Beschreibung dieser Wanderung gibt es hier.

Weitere Ausflugsziele im Steinwald & Stiftland

Für uns war der Kurzurlaub zu Ende, aber es gäbe hier noch viel zu sehen, oder zu unternehmen. Da wären zum Beispiel die Himmelsleiter in den Waldnaabauen bei Tirschenreuth, die Steinbergallee Bärnau, sowie Teufelsküche und Wolfenstein bei Tirschenreuth. Die Gegend wird auch als Land der tausend Teiche bezeichnet. Die Tirschenreuther Teichpfanne umfasst circa 2500 Teiche. Erholung findet man im Sibyllenbad in Neualbenreuth, oder im Naturerlebnisbad Immenreuth. Auch Tschechien ist ganz in der Nähe, vom Grenzübergang Waldsassen gelangt man nach Eger (Cheb).

* Natürlich Steinwald: Offizieller Naturpark- und Wanderführer