Tirschenreuth

Kurzurlaub im Stiftland

Ende Mai 2016 unternahmen wir einen dreitägigen Kurzurlaub im Stiftland in der Oberpfalz, hier ein kurzer Reisebericht darüber. Nachdem wir über Ostern bereits drei Tage im Steinwald verbrachten, der uns sehr gut gefallen hatte, wollten wir auch noch das benachbarte Stiftland besuchen. Das Stiftland bildete sich ursprünglich aus den Ländereien des Klosters Waldsassen. Heute gehören der Ferienregion Stiftland elf Gemeinden an, Waldsassen, Tirschenreuth, Mitterteich, Konnersreuth, Leonberg, Falkenberg, Bärnau, Mähring, Neualbenreuth, Pechbrunn und Plößberg. Drei Tage sind allerdings zu wenig, um alles Sehenswerte in der Region zu besuchen. Mittlerweile waren wir mehrmals im Stiftland und entdecken immer wieder Neues.

Die Ferienregion Stiftland in der Oberpfalz

* Land der tausend Teiche

Das Angebot an Sehenswertem als auch Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Wandern oder Radfahren ist hier sehr groß. In der Region gibt es zahlreiche Klöster und Kirchen zu bewundern, allem voran die Stiftsbasilika in Waldsassen. Ein weiteres Highlight stellt die Tirschenreuther Teichpfanne dar, dieses Gebiet bei Tirschenreuth wird auch als das Land der tausend Teiche bezeichnet. Außerdem bietet das Stiftland sehr viel Natur, neben Teiche, Flüsse, Wälder, Wiesen und Feldern gibt es hier auch einige Felsformationen, ähnlich wie im nahegelegenem Steinwald. Kulinarisch ist die Oberpfälzer Küche ähnlich deftig aufgestellt wie im Rest Bayerns. Spezialität ist aber der Karpfen, der in den tausenden Teichen im großen Stil gezüchtet wird.

Sehenswertes in und um Waldsassen

Naturerlebnisgarten

Naturerlebnisgarten

Waldsassen ist der Ursprung des Stiftlandes, neben der Stiftsbasilika gibt es im Umkreis noch zahlreiche andere Kirchengebäude. Sehr sehenswert ist auch die Stiftsbibliothek Waldsassen, mit seinen aufwändigen Schnitzereien und Gemälden. Direkt neben dem Zisterzienserkloster befindet sich der Naturerlebnisgarten, in dem alle möglichen Pflanzen, Blumen und Kräuter zu sehen sind. Auch die Bienenzucht, sowie umweltschonende Technologien werden hier ausgestellt. Im Stiftlandmuseum kann man sich über das frühere Leben und Arbeiten im Stiftland informieren.

Stiftsbasilika Waldsassen

Stiftsbasilika Waldsassen

Stiftsbasilika Waldsassen

Das im Jahr 1133 gegründete Zisterzienserkloster Waldsassen, mit seinen großen Ländereien, war ursprünglich Namensgeber des Stiftlandes. Die zum Kloster gehörige Stiftsbasilika wurde in ihrer heutigen Form von 1685 bis 1704 erbaut und im Jahr 1704 geweiht. Dieses Kirchengebäude gehört zu den prachtvollsten Bauten die ich bisher gesehen habe. Die Barockkirche ist schon von außen ein beeindruckendes Gebäude, von Innen aber unbeschreiblich prunkvoll. Leider ist die Stiftsbasilika zur Zeit außen eingerüstet und auch innen wird sie aufwendig restauriert.

Die Innenrenovierung soll im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein, dann werden wir die Basilika sicher nochmals besichtigen. Die Renovierung des Chorraums ist bereits abgeschlossen, der Bereich davor ist noch ringsherum mit weißen Platten verkleidet. Wenn man den bereits restaurierten kleinen Teil auf den gesamten Innenraum hochrechnet, muss das Endergebnis schon gigantisch sein. Hier werden sicherlich etliche Millionen verbaut. Die Stiftsbasilika kann man täglich ab 07:30 Uhr bis zur Dämmerung besichtigen. Es besteht auch die Möglichkeit an einer Führung teilzunehmen. Für Gruppen sind nach Voranmeldung auch Orgel- und Gruft-Führungen möglich.

Dreifaltigkeitskirche Kappl

Dreifaltigkeitskirche Kappl

Dreifaltigkeitskirche Kappl

Unweit von Waldsassen befindet sich eine sehr sehenswerte Wallfahrtskirche, die Dreifaltigkeitskirche Kappl. Bei dem ungewöhnlichen Kirchenbau ist alles rund, sowohl das Hauptgebäude als auch die drei Türme. Die Zahl drei spielt hier eine entscheidende Rolle, sie steht für Gott Vater, Gott Sohn und Heiliger Geist. Neben den drei Türmen gibt es außen noch drei Dachreiter, auch innen wiederholt sich die Drei immer wieder, so zum Beispiel bei den drei Kuppelbildern. Der runde Innenraum mit dem Hauptaltar ist sehr prunkvoll, mit vielen Figuren, Gemälden und Verzierungen. Auch die Kanzel und die prachtvolle Orgel sind reich an Verzierungen und üppig vergoldet.

Sehenswertes in und um Tirschenreuth

Fischhof Tirschenreuth

Fischhof Tirschenreuth

Die Kreisstadt Tirschenreuth mit seinen knapp 9.000 Einwohner ist die größte Stadt im Stiftland. Tirschenreuth hat eine lange und abwechslungsreiche Geschichte. Neben der Fischzucht erlangte der Ort später als Tuchmacherstädtchen Bekanntheit. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Porzellanherstellung wichtigster Industriezweig.

Die Altstadt wurde sehr schön restauriert und verfügt über zwei Marktplätze. Sehenswert sind die Stadtkirche Mariä Himmelfahrt, das Rathaus und der Klettnersturm. Im Museumsquartier (MQ) gibt es verschiedene Themengebiete, wie zum Beispiel die Stadtgeschichte, Teichwirtschaft, Porzellan- und Krippenausstellungen.

Einmalig schön ist der Fischhof mit der Brücke zum Fischhof. Vor der Trockenlegung des oberen Stadtteichs lag der Fischhof auf einer Insel. Jetzt gibt es wieder einen neuen Stadtteich, der den Fischhof aber nicht mehr umschließt. Um den neuen See herum entstand eine schöne Parkanlage, sowie ein Hotel und ein Restaurant.

Die Tirschenreuther Teichpfanne

Tirschenreuther Teichpfanne

Tirschenreuther Teichpfanne

Das Teichgebiet zwischen den Ortschaften Tirschenreuth, Mitterteich und Wiesau wird als Tirschenreuther Teichpfanne bezeichnet. Auf Grund der circa 2.500 Teiche nennt man das Gebiet auch das Land der Tausend Teiche. Die Fischteiche liegen häufig dicht beieinander und sind dann nur durch einen schmalen Damm voneinander getrennt. Die Teiche werden zum größten Teil noch für die Karpfenzucht genutzt. Hierbei werden die Karpfen, je nach Alter und Größe, mehrmals von einem Teich in einen anderen umgesiedelt. Je größer sie werden um so mehr Wasserfläche benötigt jedes einzelne Tier.

Landschaftlich ist die Tirschenreuther Teichpfanne aber sehr abwechslungsreich. Zwischen den Teichen gibt es Wiesen, Büsche, Bäume oder auch Moorgebiete. Durch dieses Gebiet fließt auch die Waldnaab, die zusammen mit Teilen der Tirschenreuther Teichpfanne das Naturschutzprojekt Waldnaabaue bildet. Sehr beeindrucken ist auch die Tirschenreuther Himmelsleiter, sie befindet sich direkt am Vizinalbahn-Radweg. Von der Plattform in 20 Meter Höhe hat man einen herrlichen Ausblick auf Teile der Tirschenreuther Teichpfanne, sowie der Waldnaab.

Große und Kleine Teufelsküche

Große Teufelsküche

Große Teufelsküche

Ähnlich wie im Steinwald gibt es auch im Stiftland etliche Felsformationen. Am bekanntesten sind hiervon wohl die Große und die Kleine Teufelsküche. Diese Teufelsküchen sind Granitblöcke, die übereinander gestapelt liegen, wie das Geschirr in der Küche. Die Granitblöcke waren ursprünglich unter dem Boden und wurden durch Ausspülungen von Bachläufen freigelegt, so dass sie übereinander zu liegen kamen. Wir besichtigten die beiden Teufelsküchen bei Tirschenreuth im Rahmen einer Rundwanderung. Wer keine 8 km wandern möchte, kann auch direkt zur Großen Teufelsküche laufen, sie ist nur 1,5 km von Pilmersreuth entfernt.

Burgruine Liebenstein

Burgruine Liebenstein

Burgruine Liebenstein

Etwa 7 Kilometer nördlich von Plößberg liegt die Burgruine Liebenstein. Im Jahr 1125 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem das Geschlecht der Erbauer von Liebenstein ausgestorben war, wurde die Burganlage im Jahr 1298 an Abt Theoderich des Klosters Waldsassen verkauft. Nach einer abwechslungsreichen Geschichte war die Burg seit 1634 nicht mehr bewohnt und verfiel nach und nach. Als wir die Burgruine besuchten, wurden gerade Teile der Restmauern restauriert. Obwohl das betreten der Baustelle eigentlich nicht gestattet war, lies uns ein freundlicher Bauarbeiter die Burgruine besichtigen.

Wanderwege und Radwege im Stiftland

Im Stiftland gibt es zahlreiche Wanderwege, je nach Zeit und Kondition hat man die Möglichkeit kurze, oder längere Wanderungen zu unternehmen. Die Wanderwege sind meist gut ausgeschildert, aber es empfiehlt sich immer eine * Wanderkarte oder Wandernavigationsgerät mitzuführen. Manchmal sind die Wandermarkierungen zugewachsen, oder fehlen ganz, da der Baum gefällt wurde an dem die Markierung war.

Auch für Radfahrer gibt es einige schöne Radwege, obwohl die Region etwas bergig ist. Wir sind den Vizinalbahn-Radweg gefahren, der auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft und daher nur geringe Steigungen aufweist. Der Radweg führt von Wiesau über Tirschenreuth nach Bärnau und ist 25 km lang. Auf dieser Strecke kommt man auch direkt bei der Tirschenreuther Himmelsleiter in der Waldnaabaue vorbei.

Resümee der Kurzreise ins Stiftland

Das Stiftland ist immer eine Reise wert, die Region hat sich zu unseren Lieblingsausflugsziel entwickelt, wir nutzen immer wieder freie Tage für einen Kurzurlaub hierher. Die Gegend ist sehr abwechslungsreich, es wird sowohl Kultur, Sehenswertes, Freizeitaktivitäten, sowie viele Naturlandschaften geboten. Man kann hier auch gut Essen und Trinken und das zu sehr günstigen Preisen. In Kombination mit dem benachbarten Steinwald kann man hier leicht zwei Wochen Urlaub verbringen, ohne dass es langweilig wird.