Die Alte Mainbrücke

Städtereise nach Kitzingen

Auf unseren Fahrradtouren sind wir schon des Öfteren durch Kitzingen gefahren, da es direkt am Main-Radweg liegt. Weil bei unseren Radtouren aber wenig Zeit für eine Stadtbesichtigung blieb, sind wir später noch mal mit dem Zug angereist, um den fränkischen Weinort ausgiebig zu besichtigen.

Geschichte Kitzingens

Kitzingen-Falterturm

Falterturm

Kitzingen am Main ist eine der ältesten Städte Unterfrankens, entstanden aus einem Frauenkloster, dass bereits 745 gegründet wurde. Im Jahr 1040 wurde erstmals eine Siedlung um das Kloster herum erwähnt. Vom 11. bis 15. Jahrhundert wurde die Stadt immer größer und wechselte mehrfach den Besitzer. Aus Unzufriedenheit über die hohen Steuerabgaben beteiligten sich viele Bürger Kitzingens an dem Bauernkrieg von 1524 bis 1526. Nach der Niederlage der Bauern wurden 58 Rädelsführer im Leidenhof geblendet und aus der Stadt gejagt. Im 2. Weltkrieg wurde ein großer Teil der Stadt bei Bombenangriffen zerstört.

Anreise nach Kitzingen


* Reiseführer Franken

Die Anbindung mit der Bahn ist sehr gut, Kitzingen liegt auf der Strecke zwischen Nürnberg und Würzburg und wird in regelmäßigen Abständen angefahren. Am günstigsten reist man dem VGN-Ticket innerhalb des Nürnberger Verkehrsverbundes. Ansonsten mit dem Bayern-Ticket oder dem Wochenendticket der Bahn.

Mit dem PKW nimmt man von der A7 kommend die Ausfahrt Kitzingen, von hier aus sind es noch ca. 5 km über die Bundesstraße 8 bis nach Kitzingen. Von Würzburg aus sind es nur 18 km über die B8 nach Kitzingen.

Wer mit dem Fahrrad den Main-Radweg fährt sollte eventuell Kitzingen als Ziel einer Tagesetappe einplanen. So bleibt Nachmittags und Abends noch genügend Zeit für eine Stadtbesichtigung.

Kitzingen die Weinhandelsstadt Unterfrankens

Deusterturm

Deusterturm

Die unterfränkischen Weinberge am Main gehört zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Deutschlands. Kitzingen ist die historische Handelsstadt für den Frankenwein, früher war der Weinhandel die Haupteinnahmequelle der Stadt. Das älteste Deutsche Weingesetz wurde 1482 in Kitzingen erlassen.
Natürlich gibt es in Kitzingen einige Gaststätten und Weinstuben, in den der fränkische Wein aus der Region ausgeschenkt wird. Der alte Klosterkeller, einer der ältesten Weinkeller Deutschlands, wird zur Zeit nicht bewirtschaftet, kann aber von Gruppen angemietet werden.

Die Sehenswürdigkeiten von Kitzingen

Kitzingen hat eine sehr schöne Innenstadt, mit vielen geschmackvoll restaurierten alten Gebäuden, auch typisch fränkischen Fachwerkhäuser. Der Innenstadtbereich ist gepflastert, mit reichlich Gasthäusern und Cafés, bei denen man bei schönem Wetter draußen sitzen kann. Zahlreiche kleine Läden und Geschäfte laden zu einem Einkaufsbummel ein.

Rathaus

Kitzinger Rathaus

Fastnachtmuseum

Fastnachtmuseum

Der Falterturm

Vom Bahnhof kommend stößt man als erstes auf den Falterturm, mit 52 Meter Höhe und seiner schiefen Turmhaube ist er das Wahrzeichen Kitzingens. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Kirchturm, sondern einem ehemaligen Wachturm, der ein Bestandteil der Stadtmauer war.

Die Alte Mainbrücke

Die Alte Mainbrücke von Kitzingen, löste im Jahr 1300 eine Fähre ab, sie zählt zu den sechs ältesten Mainbrücken in Unterfranken. Ihr inneres Brückentor bildete zugleich das östliche Stadttor von Kitzingen. Die ursprüngliche Konstruktion der Steinbrücke musste 1955 geändert werden, damit die Alte Mainbrücke schifffahrtstauglich wurde.

Der Deusterturm

Der Deusterturm war einst Bestandteil des Schlosses der Familie Deuster. Bei den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde das Schloss zerstört, der Turm blieb aber erhalten. Jetzt beherbergt der Deusterturm eine Vogelkundliche Ausstellung. Das 600 Jahre alte Kellergewölbe des ehemaligen Schlosses kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Marktplatz mit Rathaus

Am Marktplatz steht das imposante Renaissance-Rathaus aus dem Jahr 1563. Neben dem Rathaus erhebt sich der Marktturm mit einer Höhe von 39 Metern. Früher diente der Turm als Wachturm und Gefängnis. Ebenfalls am Marktplatz befindet sich der St. Kilians-Brunnen aus dem 18. Jahrhundert.

Deutsches Fastnachtmuseum

Der ehemaliger Sitz des deutschen Fastnachtmuseums befand sich im Falterturm, jetzt ist es in der Luitpoldstraße untergebracht. Das Museum kommt nach der Renovierung recht farbenfroh daher, wir konnten es leider nicht besichtigen, da es erst kurz später neu eröffnet wurde.

Kirchengebäude in Kitzingen

Alte Synagoge

Alte Synagoge

Evangelische Stadtkirche

Evangelische Stadtkirche

Die Alte Synagoge
Die Alte Synagoge wurde von 1882 bis 1883 erbaut und viel in der Reichspogromnacht einem Brand zum Opfer. In den Jahren 1991/1992 wurde die Synagoge wieder aufgebaut, um an die ehemalige jüdische Gemeinde zu erinnern. Die Alte Synagoge wird seitdem als Kulturhaus genutzt, in dem Theater, Konzerte, Vorträge, u.s.w. veranstaltet werden.

Evangelische Stadtkirche
Ein sehr eindrucksvolles Erscheinungsbild hat die Evangelische Stadtkirche, sie war ursprünglich die Kirche eines Ursulinerinnen-Klosters.

Katholische Kirche St. Johannes
Vor der Alten Mainbrücke steht die Katholische Kirche St. Johannes, sie wurde zwischen 1402 und 1463 erbaut. Die Kirche zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Kirchen Nordbayerns.

Heilig Kreuzkapelle
Gegenüber der Alten Mainbrücke steht die Heilig Kreuzkapelle, sie wurde 1741 bis 1745 vom berühmten fränkischen Baumeister Balthasar Neumann erbaut.

Heilig Kreuzkapelle

Heilig Kreuzkapelle

Essen und Trinken in Kitzingen

Kitzingen ist eine typisch fränkische Stadt mit den für diese Region bekannten Spezialitäten. Als da wären die rustikalen Brotzeiten mit allen möglichen Wurst- und Käsesorten. Zum anderen die deftige fränkische Küche, mit Schweinebraten, Sauerbraten, Haxen und Bratwürsten. Als Beilagen werden fränkische Klöße, Sauerkraut, Blaukraut und Wirsing gereicht. In der Zeit zwischen Mai und Juni wird im Umland der Spargel geerntet, eine Spezialität die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Als Getränk wird dazu gerne ein fränkischer Wein gereicht. Typisch für Franken ist der Müller-Thurgau, der früher teilweise einen schlechten Ruf hatte, mittlerweile ist der Müller-Thurgau meist von guter Qualität. Es werden aber auch Silvaner, Bacchus, Riesling, Kerner u.s.w. als Weißweine angebaut. Bei den Rotweinen sind Domina und Spätburgunder die beliebtesten Rebsorten, es wird aber deutlich weniger Rotwein als Weißwein in Franken angebaut. Im Herbst, zur Zeit der Weinlese, wird der Federweißer auch Bremser genannt angeboten. Das fränkische Bier genießt ebenfalls große Beliebtheit, wenn auch Kitzingen selbst keine eigene Brauerei mehr aufweisen kann, im Umland gibt es davon noch einige.